Gekonnt inszenieren

 Der Beginn des neuen Jahres ist immer ein guter Zeitpunkt, um unserem Zuhause ein neues Aussehen zu IMG_8185verleihen. Dieses kann man durch Einsetzen neuer Farben, Dessins oder Accessoires wie auch neuer Möbelanschaffungen erreichen. Bei all diesen Schritten sollte man schon im Vorfeld überlegen, welche Atmosphäre durch die Veränderungen entstehen soll. Denn in der letzten Zeit sieht man in verschiedenen Möbelhäusern häufig das Gleiche: riesige Sitzgruppen, großer niedriger Couchtisch, Medienschrank, der eine ganze Wand in Anspruch nimmt und fertig ist das Wohnzimmer. Alles sieht nett und bequem aus. Das Problem ist nur, wenn man die Möbel zuhause stehen hat, sieht es genau so aus: nett, bequem, aber unpersönlich.

Eine Möglichkeit, dies zu vermeiden, ist „neu“ mit „alt“ zu kombinieren. Die Kontraste und Spannungen, die dadurch entstehen, machen die Räume persönlich und interessant. Mit „alt“ ist nicht nur antikes Mobiliar gemeint. Es kann auch ein Möbelstück aus unserem Elternhaus sein, das uns vertraut ist oder ein Gegenstand, der in uns schöne Erinnerungen weckt. Vielleicht ein tolles Designerstück, das man sich lange gewünscht und endlich erstanden hat. Möglicherweise ein Möbelstück, das man z.B. durch eine neue Farbgebung verändert oder selbst entworfen und angefertigt hat.

Damit es nicht zusammen gewürfelt erscheint, sollte man zwei Dinge beachten. Erstens: das Möbelstück in das Gesamtkonzept zu integrieren.  Zweitens: dem Gegenstand einen passenden Rahmen zu geben, denn durch die richtige Platzierung, die Farbe des Hintergrunds, den Lichteinfall oder Accessoires verändert man die Wirkung, die das Objekt bei uns hinterlässt.

Hier ist ein Beispiel, wie ein und dasselbe Möbelstück in unterschiedlichen Räumlichkeiten wirkt. Es geht hier um eine Bar aus den dreißiger Jahren, die dem amerikanische Art Deco zuzuordnen ist. Die Bar auf dem ersten Bild befindet sich in einer Altbauwohnung, die nicht übermäßig groß ist. Um für die Bar möglichst viel Freiraum zu schaffen, habe ich mich entschieden, sie in einem zwar kleinen, aber separaten Raum aufzustellen. Mit der dunkelroten Wand als Hintergrund und modernen goldenen Wandleuchten an den Seiten kommt sie besonders gut zur Geltung und hinterlässt einen starken Eindruck.

Das zweite Bild habe ich zufällig in einem Buch entdeckt ( Stafford Cliff/ Gilles de Chabaneix ,,Wie wir in der City wohnen“, Christian Brandstätter Verlag ). In diesem modernen loftartigen Raum ist viel Platz und Licht. Durch die Größe des Raums und die weißen Wände stehen die Bar und die Stühle, die aus der gleichen Zeit stammen, in Kontrast zur modernen Umgebung und ziehen so alle Aufmerksamkeit auf sich.